Gutes Signal für den heimischen Wirtschaftsstandort sowie die Pendlerinnen und Pendler aus der Region

BAD HERSFELD. Noch ist nicht genau festgelegt, wo im Landkreis Hersfeld- Rotenburg künftig die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn fahren und halten werden. Die konkrete Trassenführung und auch der Fernverkehrshalt werden derzeit im Rahmen eines Dialogforums unter breiter regionaler Beteiligung erarbeitet.

Klarheit gibt es dagegen nun bei der Frage, wie oft die Fernzüge künftig in der Region halten sollen. So sieht der dritte Gutachterentwurf für den Deutschlandtakt perspektivisch eine deutlich verbesserte Anbindung der Region vor: Denn im neuen Entwurf des Bundesverkehrsministeriums ist eine zusätzliche Fernverkehrslinie 97 von Freiburg über Frankfurt/Main nach Berlin vorgesehen, die auch in der Region Hersfeld- Rotenburg halten soll. Daneben soll wie bereits bekannt auch die Fernverkehrslinie 12 von Wiesbaden über Frankfurt/Main nach Berlin in der Region halten. Durch die zusätzliche Verbindung sei nach aktuellen Planungen eine stündliche Anbindung der Region an den Fernverkehr vorgesehen, bestätigte dem heimischen SPD- Bundestagsabgeordneten Michael Roth auch die DB Netz AG auf Nachfrage. Das würde die Reisemöglichkeiten und die Taktung für Bahnreisende vor Ort deutlich verbessern, denn derzeit hält nur alle zwei Stunden ein Fernzug in Bad Hersfeld.

Am 30. Juni 2020 hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer in Berlin den dritten Gutachterentwurf für den sogenannten Deutschlandtakt vorgestellt. Mit dem Deutschlandtakt soll ein eng abgestimmter Zugfahrplan für das gesamte Bundesgebiet entstehen, um dann auf dieser Grundlage die dafür notwendige Infrastruktur zu realisieren. Der Deutschlandtakt soll das Angebot im Schienenpersonenverkehr besser vertakten und kürzere Fahrzeiten durch abgestimmte Anschlüsse schaffen, zudem wird auch der Güterverkehr von Beginn an im Gesamtkonzept berücksichtigt.

Eine stündliche Anbindung war ursprünglich bereits im ersten Entwurf des Deutschlandtakts vorgesehen, dann aber zwischenzeitlich von den Planern im CSU- geführten Bundesverkehrsministerium wieder gestrichen worden. Roth hatte sich in seinen Gesprächen mit den Verantwortlichen der DB Netz AG und dem Verkehrsressort von Beginn an dafür stark gemacht, dass der ICE-Halt erhalten bleiben und das Bahnprojekt Fulda – Gerstungen einen deutlichen Mehrwert für die gesamte Region mit sich bringen müsse.

„Unter dem Strich muss für die Region am Ende deutlich mehr bleiben als bloß zusätzliche Belastungen durch eine Neubaustrecke. Wenn künftig mehr Züge durch unseren Landkreis fahren, dann sollen sie nicht nur vorbeifahren, sondern auch für die Menschen in unserer Region nutzbar sein. Ich setze mich auch weiterhin für den ICE- Halt in Bad Hersfeld ein. Insbesondere die vielen Pendlerinnen und Pendler aus Hersfeld-Rotenburg werden von einer stündlichen Fernverkehrsanbindung vor allem an das Rhein-Main-Gebiet deutlich profitieren. Ebenso wichtig bleibt aber auch der wirksame Lärmschutz entlang der gesamten Strecke, eine optimale Anbindung an das ÖPNV-Netz des NVV sowie eine moderne Infrastruktur an den Bahnhöfen im Einzugsgebiet. Für dieses Gesamtpaket werde ich weiter entschieden werben, damit das Infrastrukturprojekt Fulda – Gerstungen am Ende auch zu einem echten Erfolg für unsere nordhessische Heimat werden kann“, so Roth.